Matsutake ist ein Fürsorgenetzwerk für inneren, ökologischen, sozialen und ökonomischen Wandel. Im Netzwerk gibt es verschiedene Rollen.

Takes

Wir, die Takes, sind die Menschen, die den Großteil ihrer Zeit tauschlogikfrei (erklären wir gleich) für den Wandel verschenken und dafür auf Einkommen verzichten. Wir wollen uns mit darum kümmern, dass wir trotzdem gut versorgt sind. Wir unterstützen uns gegenseitig und verteilen (nicht nur) finanzielle Mittel untereinander um. Wir erforschen bei regelmäßigen Treffen, was das mit uns macht.
Uns verbindet, dass wir uns auf sehr unterschiedliche Weise für den Wandel einsetzen. Manche von uns forschen in der Praxis – wir erproben zum Beispiel Lösungen, die uns zukunftsfähig für ein nachhaltiges, friedfertiges Zusammenleben erscheinen -, manche sind eher theoretisch unterwegs und publizieren. Manche bringen sich künstlerisch ein, gestalten Workshops, teilen Wandel-Inspiration mit anderen, veranstalten Sommerschulen, beraten oder unterstützen andere Wandelprojekte-Gruppen, vernetzen Aktivist*innen mit Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen, erforschen wie es geht, regenerativ und nicht (selbst)-ausbeutend tätig zu sein … Jede*r folgt den eigenen Fähigkeiten, Leidenschaften, Möglichkeiten.
Myzel

Das Myzel seid ihr. Alle, die hier miteinander verbunden sind, alle, die sich auf ihre Art für (gesellschaftliche) Veränderung einsetzen wollen, alle, die ohne Zwänge selbst entscheiden, was und wie viel sie beitragen möchten.
Wir bitten dich, beizutragen, wo es für dich möglich ist und so, wie es zu dir passt: mit Energie, Tätigkeiten, Ideen oder Materiellem. Wenn du findest, dass du genug Geld zum Leben hast, freuen wir Takes uns über Mitversorgung, indem du übriges Geld in den Matsutake-Topf gibst – einmalig oder regelmäßig, allgemein oder projektbezogen. Ihr ermöglicht uns unsere Aktivitäten.
Myzel und Takes bilden Matsutake

Ziel ist, dass wir gemeinsam den Wandel voranbringen – und dabei alle gut versorgt sind.
Wir Takes sind bereit, für unseren Einsatz für den Wandel auf manches zu verzichten, aber wir möchten deswegen nicht prekär leben müssen. Ihr, das Myzel, versorgt uns Takes – als unser aller gemeinsame Fruchtkörper -, mit, durch praktische Unterstützung oder durch Geld, das ihr nicht braucht, Geld, das wir Takes zu wenig haben, weil solch eine Arbeit unbezahlbar ist.
Jour Fux

Der Jour Fux ist der Treffpunkt der Takes. Einmal im Monat sehen wir uns in Untergruppen von maximal 10 Personen, in der Regel online. Hier tauschen wir aus, wie es uns geht, teilen unsere Erfahrungen, forschen an unserer Beziehung zum Geld: Wie ist es für uns, tauschlogikfrei tätig zu sein, etwas ohne Gegenleistung zu geben, zu bekommen? Wo entsteht Unsicherheit, Freude, Trauer, Wut oder Scham? Wo entsteht Fülle? Beim Jour Fux sind wir emotional fürsorgliche Weggefährt*innen und Spielkamerad*innen füreinander, und auch materielle Fürsorge hat hier Platz: Hier treffen wir uns auch zum Umverteilen. Im Moment machen wir das so: Zuerst gibt es die „Hab ich übrig“-Runde. Wer mehr hat, als sie*er gerade zum Leben braucht, entscheidet selbst, wie viel sie*er davon in den Topf legt (in dem auch die neu eingegangenen Spenden aus dem Myzel liegen, vielleicht ja auch von dir). Dann folgt die „Ich brauche“-Runde: Wer zu wenig zum Leben hat, kann Bedarf anmelden. Dabei entscheidet jede*r selbst, wie viel sie*er braucht. Wir schauen gemeinsam, wie viel Geld im Topf ist. Ist genug für alle Bedarfe im Topf, ist das entspannend und auch ein kleines Wunder. Wenn es nicht komplett ausreicht, bekommen die, die etwas benötigen, anteilig von dem, was da ist.
Wir experimentieren viel und wollen zum Beispiel demnächst der Frage nachgehen, wie es sich anfühlt, wenn wir nur wissen, was im Topf ist, aber nicht wissen, wer wie viel gibt und wer wie viel nimmt.
Tauschlogikfrei

Matsutake ist tauschlogikfrei: Wir entkoppeln Geben und Nehmen.
Wir gehen davon aus, dass fast alle Menschen lieber etwas geben, wenn sie nicht dazu gezwungen werden. Eine Gesellschaft, in der nur genug zu Essen bekommt, nur versorgt wird, wer bereit ist, sein Tun gegen Geld zu verkaufen, entspricht nicht unseren Vorstellungen eines guten Miteinanders. Wir Takes wollen von Herzen und ohne Zwänge das tun, was wir gerne tun, was wir schon gut können oder was wir gerne erforschen und lernen wollen. Wir wollen kein Geld dafür, wir wollen uns verschenken, wir sind unbezahlbar. Wir sind überzeugt: In einer nicht (nur) auf Geld basierenden Gesellschaftskultur, die uns nicht dazu nötigen würde, uns innerhalb des Geldsystems zu bewegen, würden wir alle auch wunderbar ohne es auskommen. Genau dafür gehen wir – auch mit unseren Wandeltätigkeiten. Und bis dahin wollen wir zumindest die Tauschlogik aushebeln: Wenn du Geld in den Topf von Matsutake legst, dann nehmen wir es an. Wir nehmen es nicht für das an, was wir Tun, sondern einfach dafür, dass wir sind. So kannst auch du, so können mehr Menschen zur Bedingungslosigkeit beitragen.
Matsutake e.V.

Mit unserem gemeinnützigen Verein sorgen wir dafür, dass unsere Vorhaben mit den juristischen Rahmenbedingungen zusammenpassen. Wenn du an den Verein spendest, kannst du eine Spendenbescheinigung bekommen. Takes können projektbezogen Geld vom Verein ausbezahlt bekommen und auf diese Weise Unterstützung erfahren – nicht leistungs- sondern bedarfsorientiert. Unsere Satzung kannst du hier einsehen.
