Hallo, ich bin Sigi!

Im Sommer 2022 fing in mir die Idee für Matsutake an zu gären. Drei Tage mit Johannes, Gottfried und Kürbiskernölparfait auf unserem Balkon und das Ganze begann Gestalt anzunehmen.
Das klingt für dich wahrscheinlich genüsslich und nach Leichtigkeit. Und da stimmt auch etwas dran: Bei meinem Tun für Wandel versuche ich im „Wie“ schon die Welt mitzuerleben, für die ich gehe. Wandel ist für mich kein „Zukunftsprojekt“, bei dem ich auf eine bessere Welt hoffe. Ich mag im Hier und Jetzt erleben, gestalten und immer mehr verkörpern, was Verbindung in mir möglich macht, was Bedürfnisorientierung bedeutet, wie sich Fürsorge anfühlt, wie Friedfertigkeit zwischen uns und unserer Mitwelt geht.
Gleichzeitig hat Matsutake für mich etwas sehr Dringliches – ich habe viel Feuer unterm Ar…: Ich nehme viel strukturelle und alltägliche Gewalt durch unser Wirtschaftssystem und Patriarchat in all seinen Spielarten zwischen uns Menschen und der mehr-als-menschlichen-Natur wahr. Es macht mich wütend und ohnmächtig. Es fällt mir schwer, das anzuerkennen und damit zu sein und nicht sofort in Aktionismus zu verfallen.
Als Silke Helfrich im Herbst 2021 tödlich verunglückte, habe ich entschieden, meinen sicheren Job in einem Bildungszentrum zu kündigen, um den Dingen, die mir wirklich wichtig sind, den angemessenen Raum in meinem Leben zu geben. Ein Teil davon ist, mitverantwortlich dafür zu sein, dass Silkes Arbeit lebendig bleibt.
Neben Fürsorgetätigkeiten schenke ich seither meine gesamte Zeit für Wandelprojekte. Das sind momentan v.a. die Commons-Sommerschulen, die Weiterentwicklung der Commons-Mustersprache und das Schreiben an einem Handbuch für ein Leben ohne Geldlogik und für ein Leben in Bezogenheit. Dazwischen unterstütze ich andere Projekte, indem ich Wissen und Methoden weitergebe oder Menschen zusammenbringe. Ganz aktuell habe ich mit meinem Kind ein Erzählspiel entwickelt, mit dem Menschen nicht-binäre Pronomen üben können, ohne die Würde von Betroffenen oder ihre eigene beim Fehler-machen zu verletzen. Immer wieder bin ich auch im Wald und sammle Pilze. 🙂
Mir ist noch wichtig, mich darin in meiner Verletzlichkeit zu zeigen. Ich gehe davon aus, dass wir als Menschheit es nicht schaffen werden, die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Immer wieder wird mir signalisiert, dass ich naiv bin, keine Karriere zu machen und stattdessen mein Tun zu verschenken, weil ich in all dem, was kommt, solidarische und friedfertige Alternativen gestalten und leben will. So bewege ich mich relativ ungeschützt. Weiß nicht immer, wie lange ich mich und meine zwei Söhne versorgen kann. Tatsache ist: wir können ja eh nix so wirklich alleine. Ich bin darauf angewiesen, dass Menschen wie Du und ich uns innerhalb von Kapitalismus, Diskriminierung und Naturzerstöhrung solidarisch für und miteinander sorgen und eine lebenswerte kleine oder größere Welt schaffen.
Schreib mir gerne unter sigi [ät] matsutake [punkt] eu
Wie du mich und meine Projekte unterstützen kannst, findest du hier.
