Hallo Du 🙂
schon lange beschäftigen und motivieren mich Initiativen des gewaltfreien Widerstands gegen zerstörerische Strukturen (z.B. Atomkraft) und Projekte, die etwas anderes in die Welt bringen, die eine bessere Welt für alle schon im Hier und Jetzt ausprobieren und erforschen wollen. Seit ich 2012 auf der ersten Commons-Sommerschule war, ist für mich klar, dass die bedürfnisorientierte Selbstorganisation, das Commoning, das Fundament meines Wirkens sein würde.
Zunächst habe ich an der Uni dazu geforscht, unter anderem meine wirtschaftswissenschaftliche Promotion zum Thema Commoning und Wasserkonflikte geschrieben, unterrichtet und Vorträge gehalten. Auch habe ich, gemeinsam mit anderen, das Commons-Institut gegründet und mich viel um die deutschsprachige Commons-Welt gekümmert. Nach einigen Jahren habe ich gemerkt, dass der akademische Weg nicht mehr der meinige ist und so habe ich mich entschieden in die Selbstständigkeit zu gehen und noch mehr dem zu folgen, was mir wichtig und stimmig erscheint. Eine entscheidende Rolle dabei hat auch meine Klarheit gespielt, dass es gesellschaftlich schlicht nicht mehr dran ist, im Alten zu verharren und es stattdessen darum geht, noch klarer auf das Neue ausgerichtet zu sein.
Und dazu gehört es eben auch in die Unsicherheit zu gehen und darin den Boden unter den Füßen zu suchen und Beziehungsgeflechte der gegenseitigen Unterstützung aufzubauen. Denn genau das braucht es im Raum zwischen den Geschichten, und das gilt es am eigenen Leib zu erfahren. Aus dieser Motivation heraus habe ich gemeinsam mit Sigi und Gottfried Matsutake gegründet. Wir wollen den gesellschaftlichen Wandel voranbringen. Und dafür eben kein Geld nehmen müssen, weil uns das immer wieder davon abhält, an die stimmigen Orte zu gehen und uns auf stimmige Art einzubringen. Wir wollen für den Wandel gehen und uns dabei so weit es geht verschenken.
Momentan sieht das bei mir so aus: Ich organisiere, unter anderem mit Sigi, die Commons-Sommerschulen und erweitere und verfeinere die Mustersprache des Commoning. Beides ein Erbe von Silke Helfrich, mit der ich eng zusammengearbeitet habe und die ganz plötzlich Ende 2021 verstorben ist. Diesem Erbe habe ich mit ein Stück weit verschrieben. Dazu berate ich Wandelprojekte, gebe Workshops und moderiere hier und da mal ein Treffen und ich engagiere mich für die internationale Commons-Vernetzung. Und ich baue gerade ein Bildungsprojekt, die Wegwarte in Dohrenbach (Nordhessen) auf – um den Wandel noch weiter zu unterstützen und engagierten Menschen Halt und Orientierung in diesen unruhigen Zeiten zu geben.
Mal kommt Geld von hier und mal von dort. Bislang reicht es. Und gleichzeitig sehne ich mich danach, dem nicht mehr so viel Aufmerksamkeit schenken zu müssen.
Wie du mich und meine Projekte unterstützen kannst, findest du hier.
