Wir wollen unser Geben von unserem Nehmen entkoppeln – erst so können wir wirklich freigiebig und gleichzeitig dankbar-nehmend sein. Nur so können wir noch mehr auch die Tätigkeiten übernehmen, für die es kein oder kaum Geld gibt, obwohl sie es sind, die es häufig am dringendsten braucht. Wir wollen unserem jeweiligen Sinn folgen, mehr Energie, Freude, Kreativität und Fürsorge entwickeln und mit all unserem verletzlichen Empfinden und (Nicht-)Wissen, all unserer Überzeugung und Liebe anwesend sein. Wir wollen unbezahlbar werden, denn nur so können wir wirklich berühren.
Wir wollen unser Sein und unser Tätigsein für den dringend nötigen sozialen und ökologischen Wandel einsetzen, wir wollen Transformation leben und voranbringen, im Innen und im Außen. Wir wollen Verantwortung für uns und die Welt übernehmen, für lebendige Prozesse voller Vielfalt Sorge tragen, ein gutes Leben für alle, jetzt und in Zukunft.

Und so strecken wir unsere Hände und Füße, unsere Gedanken, Herzen und Worte aus, um ein Myzel für tauschlogikfreie Fürsorge wachsen zu lassen. Die Tauschlogikfreiheit ist wichtig, weil wir alle eine Existenzberechtigung haben, einfach weil wir sind, und Geld uns immer wieder vor Augen führt, dass diese Berechtigung derzeit nicht bedingungslos ist. Ein Preis bringt immer auch eine Bewertung mit sich, bei uns und unseren Gegenübern. Ist es gut genug, was wir geben, und was ist es wert? Und wer entscheidet eigentlich darüber? Kommt ein Preis ins Spiel beginnen wir, etwas zu repräsentieren, einem Wert entsprechen zu wollen. Das verunmöglicht es uns, uns ganz zu verschenken und als ganze Menschen anwesend zu sein. Und so bitten wir auch darum, dass hier Beiträge zusammenkommen, die nicht als Gegenleistung für etwas verstanden werden, das wir „geleistet“ haben, sondern Beiträge, die zu unserer alltäglichen Versorgung beitragen.

Mit Matsutake suchen wir nach Sicherheit in sozialer Verbundenheit. Wir möchten auf ein fürsorgendes soziales Netz vertrauen können, in dem wir uns aufgehoben wissen und das uns zeigt, dass wir auf unserem Weg nicht allein sind. Wir suchen also auch nach immaterieller Unterstützung und (kritisch-bestärkender) Begleitung, nach einer vielfältigen und tragfähigen Verwobenheit. Letztlich suchen wir also nach einer Freiheit in Verbundenheit.

Und wir suchen nach materieller Sicherheit, die es uns ermöglicht, die Dinge zu tun, die jetzt wichtig sind, um sozialen, ökonomischen, inneren und ökologischen Wandel mitzugestalten. Sicherheit, die uns die Freiheit bietet, Dinge zu tun –  wann und wie dies stimmig ist – und die uns die Freiheit bietet, Dinge nicht tun zu müssen, die weder stimmig noch wichtig sind. Wir suchen also nach materieller Sicherheit als Voraussetzung für sinnhafte, selbstbestimmte, zukunftsfähige Gegenwartsgestaltung zwischen Lust und Notwendigkeit.