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Vereinsaktivitäten 2025 – Warum das noch keine Liebeserklärung ans Leben ist

Huhu zusammen,
wie jedes Jahr machen wir als Verein Matsutake e.V. für das Finanzamt einen Tätigkeitsbericht. Da kommt alles rein, was uns einfällt, was wir dieses Jahr tauschlogikfrei in die Welt gebracht haben. Natürlich bleibt das immer unvollständig. Dort landet nur das, was wir noch am Schirm haben. Das, was wir in unserem im-Kapitalismus-gewordenen Hirn als „Tätigkeit“ getaggt haben. Fürsorgen für uns selbst, Mitmenschen und Mitwelt fällt da leicht mal durch die Gehirnwindungen. Oder wir erinnern das eine oder andere Sorgen sogar noch, bekommen es aber nicht an der patriarchal aufgetürmten Schambarriere vorbei aufs Blatt Papier. Das soll eine Tätigkeit sein, die es wert ist im Tätigkeitsbericht zu landen? Hmpf – da muss ich zu viel erklären, Fragen, Skepsis und Widerstand aushalten. Dafür hab ich keine Energie neben der Fürsorge an sich. Was ich sagen will: was im Tätigkeitsbericht 2025 landet, ist schon eine Auswahl. Und eine Übersetzung in die Partriarchal-kapitalistische Weltsicht und Sprache. Wenn ihr also draufschauen wollt (und es ist immer noch unglaublich viel), dann habt das doch als Perspektive mit dabei und denkt auch an all das Lebendige und Vorausgeliebte, das nicht in einen Tätigkeitsbericht im Jahr 2026 passt.

Herzlich, Sigi

Say it right! – übe nicht-binäre Pronomen spielerisch

Seit über 25 Jahren gebe ich jetzt Workshops für ein diskriminierungsärmeres zusammen Sein und trotzdem misslingt es mir immer wieder nicht-binäre Pronomen wie gewünscht zu verwenden. So tief ist die binäre Weltsicht in meinen Zellen abgespeichert.

Deshalb habe ich 2023 mit meinem Kind Joschi (keine Pronomen/er) in Kooperation mit dem Queeren Zentrum Tübingen angefangen, ein Spiel zu entwickeln, mit dem ich und andere das üben können, ohne ständig Menschen zu verletzen, die das sowieso viel zu oft erleben.

Jetzt mag ich feiern, dass unser Spiel „Say it right!“ endlich erscheint!

In diesem kreativen Erzählspiel kannst du in den chaotisch-fröhlichen Alltag einer WG oder Familie eintauchen und mit anderen gemeinsam eine Geschichte erzählen. Das Prinzip ist einfach: Reihum erzählt ihr eine gemeinsame Story. Immer, wenn ihr an der Reihe seid, müsst ihr zufällig gezogene Begriffe geschickt in die Handlung einbauen. Die eigentliche Herausforderung liegt allerdings woanders: Die Figuren in eurer Geschichte haben ihre eigenen nicht-binären und binären Pronomen. Und manchmal ändern diese sich auch! Da heißt es: aufmerksam bleiben und flexibel reagieren…

Künstler*innen haben die Karten liebevoll illustriert und Joschi und ich haben viel Hirnschmalz, Zeit, Liebe und einige lustige Probespielrunden mit Freund*innen in das Spiel fließen lassen. Jetzt kannst dir das Spiel hier tauschlogikfrei herunterladen, ausschneiden und selbst zusammenbasteln. Wir freuen uns riesig, wenn das Spiel jetzt wild gespielt wird! Erzähle gerne anderen Menschen davon!

Wenn du das Spiel in einer gedruckten Variante haben möchtest, kannst du es auch ganz herkömmlich gegen Geld beim feministischen Spieleverlag Spielköpfe oder in deiner lokalen Lieblingsbuchhandlung bestellen.

Herzlich, Sigi

Was hält uns bei Matsutake zusammen?

Die Fürsorgerunde gestern ohne Protokoll – eine neue Struktur, die wir gerade ausprobieren – hat mir richtig gut getan. Da die letzten Fürsorge-Treffen eher spärlich besucht waren, haben manche Takes sich gefragt, woran das liegt und einen Vorschlag für ein neues Format gemacht. Wir trennen jetzt das Fürsorgetreffen (Austausch, Fürsorge füreinander, auch finanziell) vom Jour Fux (Strukturelles/Formales rund um Matsutake).

Gestern waren sieben von acht Takes dabei (freudvolles Willkommenheißen unserer neue Take Berenike inklusive), ich glaube, es waren schon lange nicht mehr so viele da, und es war total schön. Wir haben uns gegenseitig gefragt: „Wie geht es dir denn wirklich? Wenn du ruhig wirst, was wird dann zuerst laut in dir? Was bewegt dich gerade und was bewegst du gerade?“

Ende letzten Jahres hatte ich mich bei Matsutake freudvoll für verschiedene Dinge eingebracht – die Postkarten, die neuen Webseiten-Texte -, aber als die Fürsorge-Treffen regelmäßig von wenig Takes besucht wurden, es regelmäßig kurzfristige Absagen gab und ich das Gefühl hatte, viele Takes sind gerade irgendwie nicht anwesend/dabei, ist meine Motivation einfach gesunken. Das hat sich dann in den letzten Wochen gezeigt und ich habe mich zurückgezogen und war eher raus.

Das Fürsorge-Treffen gestern hat mich zum Glück wieder richtig reingeholt und sehr berührt. Das hat mich total gefreut – und nachdenklich gemacht: Was hält uns eigentlich zusammen, bei dem für uns wichtigen Commons-Muster „ohne Zwänge beitragen“? Wo folge ich selbst kapitalistischen Mustern, wenn ich mich zurückziehe, weil andere Takes meinem Gefühl gerade gerade weniger beizutragen haben? „Nö, seh‘ ich nicht ein, dann mach ich‘ halt auch nix!“ Und wo ist das aber auch ein ganz selbstverständliches Lebensmuster, dass ein Organismus, ein Wesen, ein Projekt nur dann lebendig und beweglich bleibt, wenn alle Teile, alle Individuen auf ihre Art dazu beitragen – mal mehr, mal weniger -, und darüber in Kontakt sind?

An allen Ecken ist bei uns allen das „weniger müssen müssen“ zu spüren, der Widerstand gegen den so tief reinsozialisierten Leistungs-, Produktivitäts- und Ich-muss-stets-beschäftigt-sein-Druck, der uns alle so vergiftet hat und dem wir uns nicht mehr beugen wollen: „Ich möchte keine Aufgaben übernehmen müssen“, „Am liebsten möchte ich nur in den Treffen Aufgaben übernehmen und sonst keine“, „Ich brauche die Sicherheit, keine Aufgaben abzubekommen – wenn ich dann nämlich nicht komme, muss ich auch nichts machen.“

Ich fühle das auch oft – den tiefen Schmerz darin. Und: Wenn niemand etwas übernimmt, gibt’s kein Matsutake mehr. Also: Was hält uns da zusammen? Was brauche ich, um mich mit euch verbunden zu fühlen? Beitragen ohne Zwänge – ja, aber da gibt’s auch noch die Notwendigkeiten.

Ich habe gemerkt: Für mich gehts gar nicht so sehr darum, wie viel die anderen Takes konkret „machen“, sondern ob sie – ausreichend oft – spüre. Und dabei spielt eine wichtige Rolle, dass ich merke, dass sie das wollen und dafür sorgen, dass ich sie spüren kann.

Der Anker, der uns da miteinander verbindet, ist für mich erst mal nicht, was „zu tun“, sondern bewusst miteinander unterwegs zu sein und sich in einem Maße zu zeigen, einzubringen und mitzuteilen, das den Faden zwischen uns nicht verlorengehen lässt – und das natürlich abgestimmt ist auf die eigenen Bedürfnissen und Kapazitäten. Für mich wäre wichtig, dass wir dieses Thema alle bewusst mit dabei hätten und dass ich wüsste, dass auch die anderen Takes bereit sind, hier ein gewisses Commitment einzugehen und zum Beispiel die Fürsorgetreffen nicht leichtfertig abzusagen.

Anwesend/beteiligt (im Sinne von „präsent“, nicht im Sinne von „produktiv“) zu sein und sich zu zeigen ist für mich absolut notwendig, um mich selbst, die anderen und unsere gemeinsame Ausrichtung immer wieder zu spüren und mich zu erinnern, warum ich bei Matsutake dabei bin. Ich würde gern mit anderen Takes darüber mehr in Austausch kommen, was uns zusammenhält und was „Fürsorge“ für uns bedeutet. Was ist für euch wichtig, um „dabei“ zu sein und zu bleiben? Was braucht ihr dafür von mir und den anderen Takes? Und was seid ihr bereit, dafür in die Mitte zu legen?

Bleibt neugierig,
Janne

Neues aus unseren Fürsorgetreffen

Wir sind ja hier so ein „Fürsorgenetzwerk“. Wir Aktiven (Takes) haben darin zwei Treffen im Monat – den „Jour Fux“, auf dem wir alles Organisatorische besprechen (Delegiertenprinzip) und das „Fürsorgetreffen“, bei dem sich alle Takes eines Büschel (das ist die Bezeichnung für unsere Kleingruppen – derzeit ist es noch eine) einmal im Monat zum Austausch treffen. Wir sehen uns dort online für etwa 1,5h und sprechen darüber, wie es uns geht mit diesem Leben als Take, wie wir auch straucheln mit dem tauschlogikarmen Leben, welche Ängste aufkommen, welche schönen Begegnungen wir dadurch haben, wo wir Fülle und Darkbarkeit erleben, in vielfältige Beziehungen der Fürsorge mit Menschen und mehr-als-menschlichen Wesen eingebunden zu sein. Am Ende des Treffens schauen wir gemeinsam ob jemand von uns diesen Monat materielle Fürsorge benötigt und versuchen zu organisieren, dass dieser Bedarf gedeckt wird.

In den ersten Jahren von Matsutake, hatten diese Treffen eine hohe Verbindlichkeit – eigentlich waren immer alle da. In den letzten Monaten ist die Teilnahme an den Treffen eher spärlich. Ich frage mich woran es liegt. Versorgt uns Matsutake nicht gut genug materiell und die Bedeutung von Matsutake rückt in unserer inneren Prioritätenliste weiter nach hinten? Vielleicht auch gar nicht selbstgewählt, sondern eher aus der Not? Oder/Und ist es einfach schwieriger in einem anwachsenden Büschel einen Termin zu finden, der wirklich für alle gut passt? Nimmt bei einer größer werdenden Gruppe bei mir selbst die Verantwortung für’s Ganze ab, weil ich denke, dass es nicht mehr so auf mich ankommt? Oder sind es (auch) die sozialen Prozesse? Haben wir die immer wieder notwendige Erneuerung der Beziehungen vielleicht ein wenig vernachlässigt, beim Abarbeiten unserer Matsutake-To-do-Listen? Und spüren die Bezogenheit ein bisschen weniger? Es gibt auch Hinweise, das Einzelne von uns mit ihrem Wirken für eine so-gut-wie-mögliche-Welt und anderen persönlichen Prozessen über ihre Grenzen gegangen oder katapultiert worden sind. Sich für das, was ihnen so am Herzen liegt, dort hinübergeliebt haben. Dass sie zu erschöpft sind, um auch noch zum Fürsorgetreffen zu kommen.

Hoppla. Zu erschöpft, um Fürsorge entgegenzunehmen? Hm.

Da berührt mich was. Empfinden wir unser Fürsorgetreffen vielleicht nicht als fürsorglich genug, um es als wohltuend zu erleben, auch in Zeiten von Überforderung, Erschöpfung und Krise? Wo denn, wenn nicht in diesen Vertrauensräumen, können wir dem transparent und gemeinsam begegnen? (ein gemeinsam reicht, oder?)

Beim letzten Fürsorgetreffen (kleine Besetzung :-)) haben wir fühldenkend erforscht, was wir brauchen, damit wir unsere Fürsorgetreffen noch mehr als solche erleben. Es gab Punkte, wie: keine Aufgabe übernehmen müssen (Moderation oder Protokoll), wirklich gesehen werden mit dem, wie es mir geht. Resonanz erleben, auf das, was ich teile, statt stilles Bezeugen von langen Check-Ins. Im Mai werden wir beginnen, das auszuprobieren. Und es wird sich weiterentwickeln – for sure. Für mich ist es ein immer tieferes Kennenlernen, dieser Matsutake-Fürsorgetreffenbeziehung zwischen uns allen.

Herzlich, Sigi

Tauschlogikfrei?

Im Dezember 2024 haben sich ein paar von uns Takes zu einem Online-Call getroffen, um miteinander über unsere Fragen, Irritationen und Unsicherheiten rund um all die Themen, die wir bei Matsutake bewegen, in Austausch zu kommen. Dies ist ein loses, subjektives Gedankenprotokoll von mir, Janne, eine Melange aus Stichpunkten und Erinnerungen, das keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt – und die mit den anderen anwesenden Takis abgestimmt bzw. von ihnen in ihrer abschließenden Form dann „freigegeben“ wurde 🙂

Beim gemeinsamen Ankommen werden folgende Sätze ausgesprochen:
„Ich spüre Schmerz, dass ich mich anstrengen muss, um in diesen gesellschaftlichen Strukturen meine Werte und Überzeugungen zu leben – und dass es mir oft nicht gelingt.“
„Wie finde ich meinen eigenen Maßstab und bringe das zusammen, Wandel zu tun und Lohnarbeit machen zu müssen?“
„Wie gestalte ich meinen Alltag so, dass es mir nicht zu viel wird? Ich denke so oft: Bitte weniger! Weniger! Noch weniger!“ Aber die Strukturen, in denen wir leben, ist nicht auf „weniger“, sondern auf „mehr“ ausgelegt. Und meine innere Managerin, die Macherin, der Anteil, der davon überzeugt ist, dass ich immer beschäftigt und produktiv sein muss, ist tief in meine Zellen hineinsozialisiert. So muss ich mich immer wieder sehr anstrengen dafür, Tempo rauszunehmen, innezuhalten und nicht unbewusst wieder ins Hamsterrad zu stolpern. Und es gelingt mir oft auch nicht.“

Und was beschäftigt uns gerade rund um Matsutake? Wir fassen für ein gemeinsames Verständnis noch mal zusammen: Bei Matsutake geht es nicht um ein bedingungsloses Grundeinkommen. Es geht um – auch finanzielle – Fürsorge von Menschen, die sich im gesellschaftlichen Wandel engagieren (auch wenn keine Tätigkeiten bezahlt werden, sondern Geld möglichst bedürfnisorientiert verteilt wird).

Wir tasten uns weiter rein über die Frage, was es denn für uns eigentlich dann bedeutet, sich für den Wandel zu engagieren. Was zählt dazu? Was sind Wandel-Tätigkeiten? Ist das ehrliche Eingeständnis und das Spüren, dass wir eigentlich überfordert sind und nicht wissen, wie Wandel geht, Wandel? Ist das Eingeständnis, dass wir uns von unseren Kapazitäten her eigentlich viel weniger für gesellschaftliche Veränderung engagieren können, als wir gerne würden, Wandel? Ist das Anerkennen, dass Proteste und Demonstrationen uns emotional gewaltvoll erscheinen und wir deswegen da nicht hingehen können, auch wenn wir uns manchmal dafür schämen, Wandel? Ist „innere Arbeit“ und das Versorgen der eigenen Wunden und Traumata Wandel (auch wenn dann nicht mehr viel Energie für anderes übrig bleibt)? Ist Wandel das Feuer, die Haltung und die Überzeugung, mit der ich mich generell in der Welt bewege – oder nur dann, wenn ich bestimmte Projekte, Tätigkeiten und Initiativen daraus resultieren? Und wann tue ich „genug“ für den Wandel und die Veränderungen, die ich mir wünsche? Eine Take sagt: „Da sprechen ständig zwei Stimmen in mir: ‚Das ist wichtig!‘ vs ‚Das ist lächerlich!'“

Wir merken: Eine klare Unterscheidung zwischen Wandel-Tätigkeiten und Nicht-Wandeltätigkeiten ist für uns nicht möglich, vielleicht auch nicht nötig und sehr individuell: „Was heißt es für mich, im Wandel tätig zu sein, mich als wandel-wirksam zu erleben?“ Außerdem kommen wir von dieser Frage dann zu tieferen Aspekten: Wir merken, dass wir also auch bei Matsutake in einer (immerhin deutlich weniger äquivalenten) Tauschlogik, in einer Reziprozität von „Geben“ und „Nehmen“ unterwegs sind, auch wenn wir uns eigentlich andere Wege wünschen – und diese auch umzusetzen versuchen. Und trotz des Wunsches nach einer generell bedarfsorientierten, bedingungslosen Verteilung des Geldes fällt einer Take noch auf: „Ich schätze auch die Möglichkeit, dass einzelne Menschen in bestimmten Projekten individuellere Schenkgelder bekommen können.“

Vielleicht wird hier an dieser Stelle spürbar, dass wir untrennbar mit den Strukturen verwoben sind, in denen wir leben und in die wir hineingewachsen sind. Und dass uns die Struktur eines Vereins, wie wir einer sind, eben bestimmte Möglichkeiten bietet – und andere nicht. Wir können sie nicht einfach so verlassen. Und doch lohnt es sich, zu hinterfragen und – wie mit Matsutake – ganz praktisch Alternativen auszuprobieren, in etwas Neues hinein, das unseren inneren Überzeugungen immer näher kommt.

Über das Beitragen

von Robert

Seit einiger Zeit verschenke ich fünf bis zehn Stunden wöchentlich an teilsam – Solidarischer Samenbau. teilsam entsteht gerade und wird ein Netzwerk für Saatgutproduzierende und -abnehmende Betriebe, eine „Saatgut-Solawi“, oder aus einer anderen Sichtweise ein Handelsunternehmen für Saatgut nach solidarischen Grundprinzipien. Warum verschenke ich zusammen mit anderen Menschen meine Zeit für den Aufbau dieser Struktur? Weil ich in klassischer Gründer:innenmentalität auf ein Einkommen in der Zukunft hoffe?

Ja, ich hoffe tatsächlich, dass teilsam bald einen kleinen Teil zum Lebensunterhalt der Zusammenhänge beitragen kann, mit denen ich über Geld verbunden bin. Es ist aber völlig unklar, ob das klappen wird und möglicherweise wird es ein sehr kleiner Umfang sein. Ich frage mich weiter: Würde ich es bereuen, meine Zeit dafür gegeben zu haben, wenn das mit dem Lebensunterhalt absehbar nichts wird?

An dieser Stelle spüre ich eine große Klarheit, die ich versuche, mir bei all meinem Tun zu bewahren, sofern die ganz elementaren Grundbedürfnisse in meinem Umfeld gedeckt sind: Nein, ich würde dieser Tätigkeit jetzt auch nachgehen, wenn es niemals Geld dafür gäbe. Vermutlich werde ich meinen Zeiteinsatz irgendwann einschränken müssen, um an anderer Stelle etwas mehr für Lebensunterhalt zu sorgen. Aber das, was ich für teilsam in diesen Wochen tue, fühlt sich einfach richtig an und begeistert mich!

Es begeistert mich, etwas zu gründen, aufzubauen, mitzugestalten. Es erfüllt mich mit Leben, dass wir so viel Wertschätzung von anderen Menschen für diese Initiative erhalten. Und oft erfüllt es mich mit großer Zufriedenheit, wieder etwas über Verwaltungsstrukturen gelernt, ein Bankkonto eröffnet oder gemeinsam eine Beitragsrunde geplant zu haben. Spannenderweise kann ich auch aus dem Umgang mit Behörden eine Befriedigung ziehen. Es macht mir Freude, Schritt für Schritt besser zu verstehen, wie sie funktionieren. Und es fühlt sich lebendig an, in einem Team zu arbeiten, wo wir uns mit unseren Fähigkeiten gegenseitig ergänzen und alle Lust auf das haben, was sie tun. Das füllt mich so viel mehr aus, als die Dinge, die ich mir mit den paar Euros hätte kaufen können, die ich in der gleichen Zeit woanders hätte „verdienen“ können.

Danke fürs „Beitragen dürfen“!

Frohe Winterzeit euch allen!

Danke an euch alle, die ihr dieses Jahr das Wachsen unseres Myzels, unsere Fruchtkörper und das Aussporen begleitet oder beobachtet habt! Und herzlich Willkommen, wenn du gerade zum ersten Mal neugierig hier gelandet bist…

Damit ihr gut durch die kalte Jahreszeit kommt, wollen wir diese Loops mit euch teilen, die Jutta für uns gehäkelt hat.

Möchtest du gerne einen davon geschenkt bekommen? Dann schreibe mir an sigi[ät]matsutake[punkt]eu. Bitte schreib mir deine Postadresse dazu und die Nr. vom Loop, der dir gefällt. Einen guten Winterschlaf euch allen….

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